Wir sind für Sie da!

Frauengesundheit Hattersheim

 

Dr. med. Sabine Vescia 

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe


Schulstr. 43a
65795 Hattersheim am Main

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

+49 6190 4300

 

email: frauengesundheit-hattersheim@web.de

Infektionen in der Schwangerschaft

 

Es gibt einige Infektionskrankheiten, die für Ihr Kind gefährlich sein können, wenn Sie sich als Mutter mit der Krankheit während der Schwangerschaft infizieren. Wurde diese Infektion vor Ihrer Schwangerschaft bereits durchgemacht, sind Sie vor einer erneuten Infektion geschützt. Dieser Schutz lässt sich im Blut nachweisen durch eine Antikörperbestimmung.                                       

 

Windpocken

 

Windpocken (Varizellen) sind weltweit verbreitet. Die meisten Infektionen treten im frühen Kindesalter auf. Die Übertragung der Windpocken erfolgt durch virushaltige Tröpfchen, die beim Atmen oder Husten ausgeschieden werden. Vom Eintritt der Viren in den Körper bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen ca. 7-21 Tage. Das Krankheitsbild beginnt mit einem typischen Hautausschlag, der sich zu unterschiedlich großen Pusteln entwickelt. Es kann Fieber bestehen. Die Pusteln werden zu Bläschen und verkrusten dann. Der Ausschlag breitet sich vom Rumpf über Arme und Beine bis zum behaarten Kopf aus und wird von einem lästigen Juckreiz begleitet. Ansteckung besteht einige Tage vor Auftreten der Bläschen bis zur Verkrustung. Bei einer Infektion in der Frühschwangerschaft kann es bei ca. 2% zu einem angeborenen Windpocken Syndrom des Kindes kommen. Dies ist gekennzeichnet durch Hautnarben, Gliedmaßenveränderungen, Augenfehlbildungen, niedriges Geburtsgewicht und Lähmungen, außerdem Fehl-, Früh- und Mangelgeburten.

Erkrankt die Mutter 4 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt, kann es beim Neugeborenen zu schwersten Windpockenverläufen kommen.

 

Wenn Sie nicht wissen, ob Sie an Windpocken erkrankt gewesen sind, empfehle ich Ihnen die Antikörperbestimmung durchführen zu lassen.

 

 

Ringelröteln

 

Der Erreger der Ringelröteln, das Parvovirus B19, wurde erst 1983 entdeckt. 50-70% der Erwachsenen besitzen Antikörper gegen das Virus. Der Parvovirus B19 wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Etwa ein Drittel der Infektionen verlaufen symptomlos. Bei den anderen treten Fieber, Kopfweh, Unwohlsein und Übelkeit auf, gefolgt von einem Hautausschlag, welcher an Armen, Beinen und Stamm symmetrisch auftritt. Leichte Gelenk- und Muskelschmerzen können auftreten. Der Virus wird durch das Blut der Mutter auf das Kind übertragen. Beim Kind hemmt der Virus die Bildung der roten Blutkörperchen und führt zur Blutarmut und zu einer Wasseransammlung im gesamten Körper. Zwischen 4-17% der Kinder infizierter Mütter erkranken. Das höchste Risiko besteht zwischen der 14. und 24. Schwangerschaftswoche. Das Kind kann durch eine Bluttransfusion in der Gebärmutter behandelt werden.

 

Wenn Sie nicht wissen, ob Sie schon an Ringelröteln erkrankt waren, empfehle ich Ihnen die Antikörperbestimmung, damit Sie wissen, ob Sie geschützt sind.

 

 

Toxoplasmose

 

Die Toxoplamose ist eine weit verbreitete Krankheit. Der Erreger ist ein mikroskopisch kleiner Parasit (Toxoplasma gondii), der durch infizierten Katzenkot, durch Genuss von rohem Fleisch und ungewaschenem Obst und Gemüse sowie bei Gartenarbeiten oder im Sandkasten (Spielplätze) übertragen wird. Die Toxoplasmose Infektion verläuft im Allgemeinen symptomlos. Sie kann sich aber auch mit Halslymphknotenschwellungen, Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen und allgemeiner Abgeschlagenheit bemerkbar machen. Etwa 50% der Erwachsenen besitzen Antikörper. Hauptwirt ist die Katze. Infizierte Tiere scheiden Eier von Toxoplasmen aus, die durch Wind und Staub verteilt werden und von Menschen und Tieren aufgenommen werden. Bei den Tieren entwickeln sich Toxoplasmazysten im Muskel, so dass der Mensch sich über rohes oder nicht genügend gekochtes oder gebratenes Fleisch infizieren kann.

 

Die Toxoplasmose Erstinfektion in der Schwangerschaft kann beim Ungeborenen teilweise schwere Schäden hinterlassen. Insbesondere Hirnschäden, aber auch schwere Sehschäden, auch Totgeburten sind beobachtet worden. Zu einem großen Teil werden die Kinder gesund geboren und erst nach Jahren wird die Infektion festgestellt. Wird eine Toxoplasmose Infektion festgestellt, kann sie mit Medikamenten behandelt werden.

 

Wenn Sie eine Katze halten, rate ich Ihnen dringend zur Untersuchung der Toxoplasmose Antikörper. Wenn sich herausstellt, dass sie noch keine Toxoplasmose Infektion hatten, die Antikörper also negativ sind, ist eine Untersuchung der Antikörper insgesamt 3x in der Schwangerschaft zu empfehlen. Bitte sprechen sie uns an, falls Sie dies wünschen.

 

Bitte essen Sie nur gut gekochte oder gebratene Fleisch- und Wurstwaren, bitte waschen Sie Gemüse, Salat und Früchte gut, Händewaschen mit Seife nach der Gartenarbeit und vor dem Essen. Wenn Sie eine Katze haben, füttern Sie sie nur mit Dosen- und Trockenfutter, halten Sie sie nur im Haus oder der Wohnung und lassen Sie die Katzentoilette von anderen säubern!

 

 

Zytomegalie

 

Der Zytomegalievirus kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten bzw. durch Schleimhautkontakt sowie durch Blut oder Blutprodukte übertragen werden. Die Krankheit verläuft meist ohne Beschwerden, eventuell mit Lymphknotenschwellungen und Fieber. Während der Schwangerschaft wird das Virus über den Mutterkuchen oder bei der Geburt über die Schleimhäute im Geburtskanal auf das Kind übertragen. 5-15% der Kinder werden mit Schädigungen wie Leber- und Milzschwellungen, Blutarmut, Hirnschäden und  Krämpfen geboren. Von diesen Kindern haben 90% Spätschäden wie geistiger und körperlicher Entwicklungsrückstand, Intelligenzdefizit, Sprach- und Hörstörungen.

 

Durch eine Antikörperbestimmung kann festgestellt werden, ob Sie früher eine Zytomegalie Infektion durchgemacht haben. Werden Antikörper nachgewiesen liegt ein relativer Immunschutz vor, das heißt es kann nicht sicher eine Infektion verhindert werden, aber eine Infektion des Kindes ist wenig wahrscheinlich.

 

 

Listeriose

 

Die Listeriose wird durch die in der Natur häufig vorkommenden Bakterien, den Listerien, hervorgerufen. Die Infektion erfolgt über den Verzehr von Milch und Milchprodukten. Durch Pasteurisierung werden die Erreger abgetötet. Es können auch Fleisch, Konserven oder Gemüse mit dem Erreger behaftet sein. Listerien können sich auch bei 4°C im Kühlschrank vermehren. Über den Darm gelangen die Bakterien ins Blut und dadurch zum Kind. Es kann dann zu Fehlgeburten führen. Die Infektion verläuft meist ohne Beschwerden, aber auch mit Fieber oder Zeichen einer Hirnhautentzündung (steifer Nacken, Kopfschmerzen). Wenn die Infektion frühzeitig mit Antibiotika behandelt wird, führt sie sehr häufig zur Ausheilung auch beim Kind. Etwa 50-70% der Erwachsenen haben Antikörper gegen Listerien.

 

Bitte vermeiden Sie den Genuss von Rohmilch und Rohmilchprodukten (nicht pasteurisierte Milch).

Druckversion Druckversion | Sitemap
{{custom_footer}}